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Liebe Freunde und Leser

Ich bin jetzt wieder auf Trekkingtour, wie geschrieben. Ich weiß noch nicht genau wann wir zurück sind. Ich melde mich dann. Kann aber dauern.

Gute Zeit euch.

Horst

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Mittwoch, 8. August 2018

Es ist sonnig doch sobald Wolken kommen wird es kühl. Nebenan geht der Deckenbau mächtig voran. Die Arbeiter haben die Stahlgerüste für die Betonträger gebogen und miteinander verbunden. Nun werden sie in die vorbereiteten “Kanäle” versenkt.

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Ich hänge hier so ab und genieße die Zeit. Für den Blog alles aufzuarbeiten dauert auch, macht aber auch Spaß. Nachmittags fahre ich mit Prem nach Dhulikel, Kohle aus dem ATM holen. Ich muss den Aufenthalt hier für die Zeit vor Tibet bezahlen. Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein u.a. weiße Plätzchen mit ca. 10 cm Durchmesser. Mit ihnen soll man einen Schnaps herstellen können und Prem will mir das zeigen. Mein großes Zimmer mit Balkon und Dusche kostet mich incl. aller Mahlzeiten und dem Wäscheservice als Freundschaftspreis 20 $ am Tag. Sonst ist nur Frühstück dabei. Damit kann ich gut leben.
Ein italienisches Paar checkt ein und holt sich von mir Informationen über Namo Buddha. Ich sehe, wie Prems Schwägerin am Motorrad rumfummelt. Es wird laut und lauter. Viele Menschen kommen zusammen und die Frau keift. Offensichtlich ist sie betrunken. Die Polizei kommt und nimmt sie schließlich mit. Wie ich später erfahre wird sie in eine psychatrische Klinik eingewiesen. Sie hat einen Polizisten gebissen.

Dienstag, 7. August 2018

Um 6.30 Uhr weckt mich Prem. Es ist herrliche Langtang Sicht.

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Langsam mache ich mich fertig und frühstücke um 7.30 Uhr mit Marsha. Sie hat frische Mango für den Pancake – eine gute Idee. Die sind lecker.
Mit dem Taxi geht es zum Startpunkt der Tour. Es ist zunächst der Weg zum Mukthi Baba oder Gosainkunda Baba, wie Zidan ihn nennt. Der Platz heißt genauso, wie der See, zu dem Prem und ich getrekkt sind und auch hier wird zur gleichen Zeit ein großes Fest statt finden, bei dem die Menschen ein reinigendes Bad nehmen. Oben im See und hier im Becken.
Natürlich will ich den Baba gern wieder besuchen, ich finde ihn total sympathisch. In einem kleinen Laden oberhalb kaufen wir schnell ein paar Kekse und Schokolade für ihn. Zidan ist das ziemlich egal. Er wartet draußen während Marsha und ich barfuß zum Baba eintreten. Heute hat er Zeit, freut sich über die Geschenke und redet lange mit uns.

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Ich zeige ihm Bilder von unseren Kühen. Während er Tee für uns kocht kommen viele bunt gekleidete Frauen und besuchen den Tempel. Auch sie haben Geschenke für den Baba mit, meistens Reis oder andere Esswaren. Sie berühren einen Lingam-Stein im Unterstand des Baba und legen kleine Geldscheine ab.

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Wir trinken Tee mit dem Baba. Er holt auch Zidan dazu und erzählt, dass das kleine Kätzchen ihn mehrfach gebissen hat und nun woanders lebt. Er hat hier ein Problem mit Määusen und Ratten. Nach ca. einer Stunde brechen wir wieder auf.

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Drei Hügel sind auf dem Weg nach Nargakot zu überwinden. Der erste ist der Gosainkundahügel, von dem wir in der Ferne auch Tashidelek sehen.

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Dann geht es zunächst einen breiten Weg weiter.

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Danach folgt ein heftiger Anstieg, der sich zu einem Padweg zwischen den kleinen, terassierten Feldern verjüngt.

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Oben steht ein kleiner Stupa auf einem Plateau. Er ist zum Teil mit Wäsche zum Trocknen behängt.

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Hier steht für lange Zeit das letzte Restaurant und ich ordere eine Thupka. Die Stühle versinken immer wieder im weichen Lehm. Dem Kleinkind der Leute hier kann ich mit einem Luftballon eine Freude machen. Ich habe immer welche in der Tasche dank einer Idee von Evelyn.

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Es bezieht sich in sekundenschnelle und ist auch genau so schnell wieder frei. Die Sonne knallt und wir müssen uns eincremen und Wasser mit nehmen.
Der steile Abstieg mündet in eine kleine Treppe zwischen den Feldern. Von unten geht es dann auf den dritten Hügel, zunächst als Straße neben der auf den Feldern gearbeitet wird,

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dann als heftig steile Treppe mit über 2500 Stufen, wie Zidan sagt. Z.T. ist der Treppenpfad zugewachsen. Er wird wohl nicht so oft begangen.

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Ich bekomme einen leichten Sonnenbrand im Gesicht, so doll knallt die Sonne. Die Treppen machen Marsha und mir ordentlich zu schaffen. Sie trägt ihr ganzes Gepäck, ein Rucksack mit 11 kg weil sie in Nargakot bleiben will. Auch ich habe Regensachen etc. dabei und weiß noch nicht, ob ich mit Zidan übernachte und weiter wandere. Mit vielen Pausen erreichen wir oben am Hügel eine Straße. Sie führt nun ziemlich eben nach Nargakot, dass noch ca. eine Stunde entfernt ist. Wir haben herrliche Aussicht auf die Landschaft. Rechts ab führt ein kleiner Dschungepfad durch den Wald. Zidan sagt, dass wir ruhig sein müssen. Manchmal bekommt man hier wilde Tiere zu sehen. Leider ist der Weg nach kurzer Zeit zu Ende. Ein großes Straßenbauprojekt beendet den luschigen Pfad. In highwaymäßiger Breite entsteht hier eine mächtige Straße. Der lehmige Untergrund ist z.T. sehr matschig. Wir müssen einen einigermaßen gangbaren Weg durch die Baustelle finden.

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Danach ist die Straße wieder fest und wir kommen an einigen seht teuer wirkenden Resorts vorbei. Die Strecke ist doch länger als eine Stunde. Nargakot ist ein Aussichtspunkt. Tatsächlich besteht der Ort dann aus einer Ansammlung von Fressbuden und Guesthäusern.

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Wir machen bei Suppe, Kaffe und einer Dose Bier Pause. Zidantelefoniert rum, wo das Everest Manla Resort ist, in dem Marsha eingecheckt hat und ich beschließe, mit ihm nach Dhulikel zurück zu fahren. Tempelbesichtigungen mit ihm sind nicht zu vergleichen mit denen mit Prem zusammen. Zidan ist ja auch erst 21.
Während wir auf den Fahrer aus Dhulikel warten, füttert Marsha eine hungrigen, kranken, verängstigten Straßenköter. Es wird dunkel und leichter Regen setzt ein. Der Fahrer kommt, wir setzen Marsha unterwegs am Resort ab und fahren über Nebenstraßen nach Bakthapur. Hier hat es wohl viel geregnet denn alles ist nass. Über Banepa und Dhulikel geht es zum Guesthouse. Ich bin müde und kaputt.

Montag, 6. August 2018

Ich frühstücke erst gegen 9 Uhr und fühle mich wieder richtig fit. Heftiger Nachregen hat die Straße nach Tibet unpassierbar gemacht und sie ist für einen Monat gesperrt. Ich muss wieder nach Kathmandu wegen des Visums. Prem begleitet mich. Es geht mit dem Motorrad bis Bakhtapur und dann mit Bus und Taxi zur Einwanderungsbehörde. Es ist sehr voll da. Ich gehe gleich zur Kasse weil ich ja schon meinen Schein habe. Das Muliple 60 Tage Visum ist mit 123 € sehr teuer. Lehrgeld nennt man so was. Jetzt muss ich noch ca. eine Stunde auf meinen Pass warten. Prem findet, es sei schnell gegangen.
Als wir bei Fren’s Kitchen einen Sizzler essen setzt heftigster Regen ein, so dass wir den Platz unter dem überdachten Außenbereich verlassen müssen.

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Gegen 17 Uhr sind wir mit Bus und Bike wieder im Tashiselek. Ich beschließe zusammen mit Marsha einen Dayhike nach Nargakot zu machen. Zidane wird unser Guide sein. Dann erkledige ich noch mein Online Booking im Kloster vom 28.8. bis 7.9.2018. Den Rest des Abends klöne ich mit Prem.

Sonntag, 5. August 2018

Ich werde um 8.30 Uhr vom Geschimpfe Prem’s Schwägerin seines anderen Bruders, der im Haus hinter dem Guesthouse wohnt wach. Die Polizei ist auch schon da. Mit ihr gibt es immer wieder Stress. Sie hat ein Alkohol Problem. Die Ehe wurde vom Vater arrangiert und die Scheidung steht an.
Es ist wolkenweiß draußen un die Sonne müht sich hinter den Wolkenn ihre Kraft frei zu setzen. Es wird langsam wärmer. Zidan holt neuen Kaffee aus dem Narawanga Guesthouse und so bekomme ich weiterhin guten organischen Kaffee. Während ich mich abmühe, Dateien auf’s Tablett zu kopieren gehen die Bauarbeiten an Decke bzw. Flachdach des neuen Stockwerks am haus des Bruders weiter. Das Geflächt aus Stahl für den Stahlbeton wird hier vor Ort hergestellt.

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Prem’s neue Küche wird gestrichen und ist fast fertig. Ich esse einen Granatapfel. Nach ca. eineStunde setzt das “Marokko-Syndrom” ein. Wie damals, als ich das letzte Mal einen Granatapfel gegessen habe, wird mir flau und ich muss mich übergeben. Nach einem Schläfchen geht es mir besser. Das war das letzte Mal, dass ich Granatapfel probiert habe. Will mein Körper nicht. Prem meint, Abendessen und ein Bier würde mir gut tun und er hat Recht.
Abends trifft Marsha ein, ein 26jährige deutsche Studentin, die in Kopenhagen Ergotherapie studiert. Sie will in Pokhara ein 6wöchiges Praktikum machen und ist das erste Mal in Nepal. Sie hat sich für einen 5 Tage Kurs im Kloster Kopan angemeldet. Den hatte ich auch schon gecheckt, mich aber dann für den 10 Tage Kurs Ende August entschieden.

Samstag, 4. August 2018

Bereits um 4.30 Uhr steht Prem auf um mit einem Besuch in Pashupatinath die Reise zu beenden. Um 7 Uhr machen wir uns dann gemeinsam auf, Frühstück zu finden. Thamel erwacht erst langsam. So landen wir wieder im Fren’s Kitchen und ordern ein Simple Breakfast. Der organic Coffee ist hier ausgezeichnet. Eine kleine Tasse ist im Frühstück inbegriffen, die größere 2. muss extra bezahlt werden.
Zu Fuß gehen wir zum Immigrant Office. Ich muss mein Visum verlängen lassen. Die öffnen erst um 11 Uhr. Ein Taxi bringt uns nach Thamel zurück. Wir packen und suchen im Regen nach French Press Pötten für Prems Guesthouse. Der Kaffee ist überall gleich teuer und Pötte gibt es nicht. Ich lege mir eine leichte Daunenjacke beim Australier zu. Will mir nicht noch einmal den Arsch abfrieren. Selbst nach diesen zahlreichen Käufen bleibt es bei den fixed Prices. 5500 Rps. für eine qualitativ hochwertige Daunenjacke gehen dann mehr oder minder in Ordnung.
Prem organisiert ein Taxi, dass uns mit allem Raffel erst zur Einwanderungsbehörde und danach nach Dhulikel bringt.
Ich sitze ab 10.30 Uhr einsam in der Halle und warte. 10.50 Uhr füllt sich die Halle und die ersten stellen sich an den toten elektronischen Visaautomaten an. Ich kenne das Spiel nicht. Jemand kommt und erweckt die Maschinen durch Stecker Einstecken und Hochfahren zum Leben. 11.10 Uhr erscheint auch jemand am Schalter und schickt mich zur Elektronik. Ich mische mich mal dazwischen. Vor mir kapituliert eine Chinesin. Ein jüngerer, wohl IT-Fachmann kommt und hackt ihre Daten mal eben in die Zaubermaschine. Ich halte den gleich fest und er tippt alles Mögliche ein. Ich heiße jetzt Hirst Hihlbihm und bin Dutch (Holländer). Mir egal. Hauptsache ich bekomme das Visum in den Pass. Man schickt mich mit dem kleinen Zettel aus der Maschine zur Kasse. Lange stehe ich mit anderen Wartenden an. Dann heißt es: Das System funktioniert nicht und wir müssen später wieder kommen. D.h. für mich morgen oder übermorgen. Ich bin schon auf dem Flughafen auf die elektronische Visaerfassung reingefallen und habe in meiner Verwirrung dann 30 Tage angklickt weil ich nich gesehen habe, dass es multible Entries sind. Da hätte ich dann 90 Tage wählen können und alles wäre im Lack gewesen. So lernt man immer dazu.
Das Taxi hat brav gewartet und wir kommen gut im Tshidelek Guesthouse an. Gibt natürlich was extra für die Wartezeit. Hier hat Prems Bruder inzwischen das alte Lehmhaus der Eltern planieren lassen. Die Einfahrt ist dadurch geräumiger geworden und die Gebäude wirken nicht mehr so gedrängt aneinander.

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Richtige Absprachen gibt es aber wohl nicht. Die Eltern wohnen jetzt mit im Massivhaus gegenüber. Die Arbeiter sind gerade dabei, die Decke für das Haus des Bruders vor zu bereiten. Ich bekomme das gleiche Zimmer. Nach Regen klärt es langsam auf und ich genieße die Aussicht vom Balkon. Zum Lunch gibt es leckeres vegetarisches Curry mit Dal und Reis, also Dal Bhat. Kanchimaya kocht gut.
Nachmittags wechselt das Wetter zwischen diesig, Aufheiterung und Regen. Das Abendessen mit Huhn, also nicht vegetarisch bedeutet das Ende der Pilgerreise.
Ich habe weiterhin Muskelkater in den Waden, Prem mehr in den Oberschenkeln.

Freitag, 3. August 2018

Die Nacht war so warm, dass ich mit offenem Reißverschluss schlafen musste. Tats’chlich hat es aufgeklart und wir haben Langtang-Sicht.

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Beim Treppe runter gehen merke ich meine Knoche, besonders die Waden und Oberschenkel. Knie und Hüfte sind in Ordnung. Auch Prem geht etwas eierig die Treppe runter. Zum Frühstück ordere ich Chapati mit zwei gekochten Eiern und packe die Hälfte davon in den Rucksack für die Rückfahrt. Den zweiten Kaffee bereit die Frau heute zu und er ist so schlecht, wie der vom Peaceful Lake Hotel.

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Um 7.40 Uhr zeigt das Thermometer gegenüber wieder 18° C an.
Es fahren leider keine Busse. Prem ist unterwegs, die Lage checken. Ich hole derweil die Rucks’cke von oben. Nadine und Luis kommen. Sie sind gestern Abend im Dunkeln vom Gosainkunda zurück gekommen. war wohl nicht ganz ungefährlich aber sie hatten sich in der Zeit verschätzt und länger gebraucht als erwartet. Nach der Nachtwanderung sind sie im Guesthouse nebenan abgestiegen.
Prem organisiert einen LKW, der uns bis zum Erdrutsch bringen soll. Kostet für jeden 1500 Rps. aber keine andere Wahl. Nadine, Luis und ich sitzen vorn beim Fahrer, Prem, die Rucksäcke und viele Nepali auf der Ladefläche. Ich habe den Schaltknüppel zwischen den Beinen und passe gut auf, dass ich nicht zu weit nach vorne rutsche. Ist auch so schon iritierend genug, dass der Fahrer da ständig hinlangen muss.

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Erster Stopp ist eine Passkontrolle am Ortsausgang von Dunche, dann folgt der Langtang Checkpoint. Nächster Stopp. Einer der Mitfahrer auf der Ladefläche hat am Straßenrand eine Unzahl von Säcken deponiert, die auch noch alle auf die Ladefläche müssen. Ich glaubte, die Ladefläche sei jetzt voll doch in Nepal wird ja der Platz mehrfach ausgenutzt und so steigen ständig noch Mitfahrer auf die Fläche.
Mit durchaus nennenswertem Tempo heitzt der Fahrer, häufig schaltend, die Schlaglochpiste lang. Nadine und Luis sind ziemlich besorgt um ihr junges Leben, besonders, wenn der Fahrer auch noch Anrufe beantworten muss. Ich genieße die chaotische Fahrt.

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Ortseingang eines größeren Ortes werden zwei Jugendliche auf ihrem Motorrad mit überhöhter Geschwindigkeit etwas aus dr Kurve getragen und touchieren den LKW an der Längsseite. Der Unfall geht für sie glimpflich aus. Keine Personenschäden und der Bock steht auch bald wieder. Unser Fahrer hält sich nicht lange damit auf und fährt weiter. Wie ich später erfahre ist er mit seinem jüngeren Bruder kollidiert. Die Schuld lag eindeutig beim Motorradfahrer.
Ab und zu lassen Asphaltreste erahnen, dass es mal eine Straße gegeben haben muss und an einigen Stellen sind auch Bauarbeiten inn Gange. Zunächst werden die Hänge gegen weitere Erdrutsche mit Mauern gesichert. Auch das führt schon zu langen Staus auf der nicht allzu breiten Piste. So zieht sich die Fahrt. Es wird wärmer, je tiefer wir ins Tal kommen und wir müssen ja runter bis zum Trisuli.
Gegen Mittag ist es dann soweit geschafft. Sich stauende LKWs kündigen das Ende der befahrbaren Straße an. Aussteigen, ablöhnen und schwitzend in der Sonne einen Weg um den Erdrutsch finden.

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Drei Bagger sind an der Arbeit, die abgerutschte Erde Richtung Fluss zu baggern. Wir müssen ein Stück zurück gehen um eine Fußgängerhängebrücke zu überqueren.

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Auf der anderen Flußseite umgehen wir dann den Erdrutsch und kommen über eine weiter Fußgängerhängebrücke wieder ans richtige Ufer. In diesem Moment wird die Straße für den Verkehr frei gegeben und der Stau kommt langsam in Bewegung. Prem stoppt einen Jeep, der uns für je weitere 1500 Rps. nach Kathmandu bringt.
Das Gepäck wird lose aufs Dach geworfen doch nach ca. 20 Minuten bei einer Lunchpause festgezurrt. Ich verzehre zu einem Kaffee Chapati, Ei und den Rest Käse während Prem sich ein Dal Bath gönnt.
Im Jeep ist es extrem warm und staubig. Wir müssen die Fenster weitesgehend geschlossen halten. Prem sitzt beim Fahrer vorn, Nadine, Luis und ich in der zweiten Reihe. In jedem Ort versucht der Fahrer durch Rufen Mitfahrer für die hintere Sitzreihe zu finden. Ein Nepali steigt zu. Bauarbeiten an den Sitenmauern führen erneut zu Staus und Wartezeiten. Im Schritttempo geht es an einer Brücke an den Bauarbeiten vorbei. Ein Nepali steigt aus, vier steigen zu. Anders als in den Karten verzeichnet, führt der Weg nach Kathmandu zunächst den ganzen Trisuli runter bis auf den Highway nach Pokhara und führt dann in der Gegenrichtung nach Kathmandu. Der Highway ist gut in Schuss und auch die Serpentinen vom Tal nach Kathmandu hoch sind staufrei. Oben nimmt der Fahrer eien schmale Abkürzung durch irgendwelche Vororte nach Kathmandu rein. Enge Straßen mit Gegegnverkehr senken die Geschwindigkeit beträchtlich. Das ganze Tal ist hier mit z. T. reichen Häusern und vor allem mit Tomatengewächshäusern zugebaut. Trotz zeitweiligem Stopp and Go Verkehrs erreichen wir gegen Abend die Ringroad von Kathmandu und stecken natürlich gleich wieder im Stau. Ich sehe Swayambunath an der rechten Seite liegen. Smog zwingt mich, mir mein Halstuch vor Mund und Nase zu halten. Der Jeep stoppt entgegen der Vereibarung an $einem Taxihalteplatz. Er sollte bis Thamel fahren. Wir splitten uns auf: Nadine und Luis wollen in ein Guesthouse bei Bodnath, wir nach Thamel.
Gegen 19 Uhr checken wir im hiesigen Annapurna Guesthouse wieder ein und bekommen diesmal ein 3-Bettzimmer im 5. Stock mit heißer Dusche für die bekannten 1800 Rps.
Wir holen den großen Rucksack vom Dream Tibet ab. Zum Essen geht es wieder ins Fren’s Kitchen, ein vegetarisches Reiscurry mit Bier und echtem Kaffee wegwühlen. In Thamel ist inzwischen reichlich mehr lautstarker Touristenrummel, den wir uns eine Weile lang anschauen. Für Prem eine neue Erfahrung. Ich komme ins Gespräch mit einem Fidelverkäufer, der auf mein “Chaahin daina” (brauch ich nicht) erklärt, er sei Musiker vom Manaslou und habe eine CD mit der dort typischen Volksmusik. Wir handeln einen akzeptablenn Preis aus und er verschwindet, um die CD zu holen. Sein Versuch, später den Preis noch einmal zu erhöhen scheitert natürlich. Bin gespannt, welche Musik mich erwartet.