Donnerstag, 27. September 2018

Ich checke meinen Rückflug. Irgendetwas ist nicht in Ordnung und dann bricht das Netz wieder zusammen. An der Rezeption habe ich Netz und finde die Adresse von Türkish Airlines in Kathmandu. Teknath ruft an. Er will mich noch einmal sehen und zum Guesthouse kommen. Bald meldet er sich wieder. Er ist am Annapurna Hotel, ich im Annapurna Guesthouse. Nachdem ich ihm den Irrtum erklärt habe gehe ich zum Frühstücken nach nebenan, Kaffee und Pancake. Cappuccino können sie leider nicht wirklich. Als er das 3. Mal anruft bin ich gerade mit meinem Kaffee neben dem Guesthouse fertig. Er findet mich nicht und wir verabreden uns am Chetrapati. Nun gut, gehe ich dahin.
Wir gehen Richtung Stadteil Nabil. Unterwegs stellt Teknath fest, dass wir in der Nähe des Templehouse Hotels sind.

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Er will den Besitzer zu einem großen Fest in seinem Gebiet einladen, da der dort vor 35 Jahren 40 Hektar Land gekauft hat. Er ist also eine Art Nachbar. Das Templehouse Hotel ist eine prächtigen Anlage in einem original Newar Haus.

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Der Chef kommt und wir trinken Tee zusammen. Es ist einer der erfolgreichsten Tourismus-Manager Nepals und einmal im Jahr in Berlin um neue Verbindungen zu knüpfen. Ich bekomme eine Broschüre des Hauses, denke aber, das es preislich weit über meinem Budget liegt. Teknath sag mir später, dass der Chef eher ein Königsanhänger sei und nichts von der neuen Demokratie in Nepal halte. Das sehen wir beide anders. Wir gehen zu Fuß nach Nabil und fragen dort einen Taxifahrer nach dem Weg zu Turkish Airlines. Der meint, es sei noch weit und bietet logischerweise sein Taxi an. Der Preis ist nicht zu hoch und ich willige ein. Tatsächlich fährt er lange und findet dann nichts. Ich gebe ihm die Telefonnummer und er telefoniert lange. Turkish Airlines ist umgezogen. Nun erweist es sich doch als gut, das Taxi genommen zu haben. Der Fahrer findet tatsächlich das Office und nimmt nur 100 Rps. mehr als vereinbart. Das ist ja mal fair. Die Türkenmaus checkt den Flug und sagt, dass alles planmäßig verlaufe. Nur auf dem Hinflug habe es Verschiebungen gegeben. Sie bucht mich gleich ein und reserviert mir einen Platz am Mittelgang.
Wir gehen zu Fuß zurück, Teknath zeigt mir den Thamel Chowk als zukünftigen Treffplatz und ich übergebe ihm im Annapurna Guesthouse meinen alten Hohlfaser-Schlafsack, der etwas sperriger und schwerer als Daune ist aber mir in Pakistan auf den Gletschern gute Dienste geleistet hat. Ich bringe Teknath noch zum Ratna-Park, denn ich kenne mich in Thamel eindeutig besser aus. Wir verabschieden uns und ich schlendere zurück. Unterwegs kaufe ich einen kleinen Rucksack, den ich beim Jogging nutzen will. Dann gönne ich mir ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte mit Cappuccino und stelle wieder fest, dass mir der Kuchen zu süß ist. Mein Handy klingelt, Prem ist im Annapurna Guesthouse. Also zurück dahin. Sie haben ihm das neue Zimmer mit den zwei Betten im dritten Stock gegeben und ich ziehe um. Wir machen eine kleine Shoppingtour, u.a. zu Pilgrims Bookhouse, wo ich für jeden von uns ein Poster vom Kailash kaufe. Am Chetrapati noch mal zur Apotheke und dann zu dem versteckten Stupa, den Prem mir gezeigt hatte. Wir zünden Butterlampen an, ich diesmal für meinen gerade verstorbenen Freund Joachim Kratochwill (Chips). Dann decke ich mich mit Gebetsfahnen ein. Heute ist der letzte Tag des Indra Jatra Festival und die Leute machen Umzüge mit Ganesh-Figuren.

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Zum Teil den Musikzügen folgend geraten wir mehr ins Zentrum Thamels. Während ich noch in einem Stoffladen Hanfstoff für Hemden besorge und das Paket nach wiegen lasse, kommt ein Musikzug mit tanzenden Nepalis vorbei. Auf der Hauptstraße vom Thamel Chowk aus in die Stadt ist eine riesige Bühne aufgebaut. Davor eine Menge Stühle – alles auf der Straße, so dass sich der Verkehr im Schritttempo daran vorbei quetschen muss. Volkstanzgruppen präsentieren ihre Show.

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Jeweils für ein Lied erscheint eine Volksgruppe und zeigt den Trommel gestützten Tanz. Eine Weile schauen wir uns das Spektakel des Tourismusministeriums an. Dann gehen wir nach Thamel zurück. Weiterhin streifen die bunten Gruppen durch den Stadtteil u.a. auch eine Gruppe tibetischer Frauen in typischer Kleidung.

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Wir gehen zu Fuß zurück und gehen neben dem Guesthouse Essen. Ich besorge noch schnell den kleinen Abschiedsvodka dazu. Prem fragt, ob ich schlafen will oder noch tanzen. Schon nach der Gokyo Tour haben wir getanzt – also los. Wir gehen zum ATM denn heute will er bezahlen. Kurz hinter Thamel führt er mich in das nepalische Tanzlokal Pokhara Bar. Ich bin der einzige westliche Gast. Was für ein Ort: Auf der Bühne mehrere Musiker, Tänzerinnen, Sängerinnen und Sänger.

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Zum Wechselgesang der hohen Frauenstimmen mit den Männern setzen die Trommeln ein. Frauen und Männer singen jeweils eine Strophe.

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Die Tänzerinnen präsentieren dazu ihre Choreographie. Es ist aber so leer in dem Laden, dass keiner von den Gästen tanzt. Bei den vielen Leuten auf der Bühne und dem vielen Personal rechnet sich das Ganze wahrscheinlich überhaupt nicht. Nachdem ich meinen Bier und Prem seinen Vodka getrunken hat wechseln wir den Laden. Direkt am Thamel Chowk geht es eine Treppe hoch, vorbei am Security Mann. Nie hätte ich hier ein nepalesisches Tanzlokal vermutet. Es ist proppenvoll und laut. Die Leute essen und trinken. Die Bühne geht über Eck von uns aus. Links auf der Bühne agieren 6 Tänzerinnen und in Blickrichtung hinter der Tanzfläche ist die Bühne mit Musikern nebst Sängerinnen und Sänger.

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Es gibt wieder Bier bzw. Wodka und ich merke, langsam die Wirkung. Prem zieht mich auf die Tanzfläche. Hier tanzen Männer in kuriosesten Bewegungen zwischen eher wenig Fußarbeit und schlangenartigen, handunterstützten Bewegungen. Manche springen etwas, dann wieder sirtakimäßige Beinarbeit. Ich falle, was die Bewegungen angeht, nicht auf, bin aber wieder der einzige Westler. Es macht Spaß und je mehr der Alkohol sich in meinem Körper breit macht, desto wilder bin ich dabei. Jetzt wird kein Tanz mehr ausgelassen.

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Ich schwitze wie die Sau. Die Nepalis legen mir die Arme um die Schultern und wir tanzen zusammen. Ein besonders langer, junger Mann, den wir schon im ersten Lokal gesehen haben, hat wohl einen Narren an mir gefressen. Er will laufend mit mir den sirtakiartigen Tanzstil machen, ist aber bereits so strunzelig, dass ich aufpassen muss, dass wir nicht beide auf die Tanzfläche fallen. Arm um den Hals mag ich auch nicht und entwinde mich jedesmal geschickt ohne den Tanz zu beenden. Ab und zu kommt auch mal eine Frau zum Tanzen. Der lange, der mich bereits zum fünften Mal gefragt hat, wie ich heiße und aus welchem Land ich bin, will unbedingt ein Lied singen. Das klappt erstaunlich gut. Hätte nicht gedacht, dass er in dem Zustand die Töne überhaupt trifft.

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Das Lied ist bekannt, eine Frau singt den Gegenpart und die Nepalis singen mit. Die Tanzfläche ist voll , sogar voller als ich obwohl ich das Stadium des perfekten Mitsingens auf Nepali erreicht habe. Auch Prem ist die ganze Zeit voll dabei.

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In einer Tanzpause zum Schweißabwischen kommen zwei Nepalesinnen zu uns. Das neue Bier muss ich sicherheitshalber auslassen. Dann geht es wieder auf die Tanzfläche und bald endet die Musik. Es ist 1.30 Uhr und die Ladys sind weg, samt Wechselgeld. Prem ist etwas sauer, meint aber: “Besser die Ladys haben das Geld als die Kneipe.” Der Lange fragt ein letztes Mal wie ich heiße und aus welchem Land ich komme, die Anderen verabschieden sich von mir mit Selfies.

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Was für eine letzte Nacht!

Freitag, 28. September 2018

Wir machen uns zum Annapurna Guesthouse auf. Dort ist natürlich schon geschlossen und wir wecken den verständnisvollen Boy am Seiteneingang. Prem fällt sofort ins Bett, ich stelle den Handy-Wecker auf 4.30 Uhr, also 2,5 Stunden später. Ich bin noch ziemlich aufgewühlt und schlafe unruhig. So komme ich ohne Probleme hoch und muss Prem heftig wecken. Der ist noch reichlich strunzelig, ich eher müde. Gemeinsam schaffen wir das Gepäck nach unten und finden auch gleich ein Taxi. Die Straßen sind leer und der Flughafen schnell erreicht. Ich zahle und gebe Prem mein letztes Geld. Wir umarmen uns. “Du bist wie ein Bruder für mich.”,sind seine Worte, “Ich muss ins Bett.”
Problemloses Einchecken. Mit allen Geschenken bin ich auf die zugelassenen, stattlichen 30kg Gepäck gekommen. Der morgendliche Flug zeigt mir beeindruckend die Himalaya-Range. Ein herrlicher Abschiedsblick.

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Wenig später schlafe ich schon – und das mit kurzen Unterbrechung zum Essen und Umsteigen bis nach Hannover.

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Mittwoch, 26. September 2018

Um 7.10 Uhr machen wir wieder einen Gang hoch zur Padmasambhava Höhle. Hier ist schon reichlich Betrieb von Meditierenden, wahrscheinlich Gäste des Klosters. Es ist ein Ableger eines Klosters in Boudnath, Kathmandu. Wir gehen weiter hoch zum Plateau und darüber hinaus den fahnenübersäten Berg hoch.

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Dicht an dicht hängen sie hier und ziehen sich auch noch den Kammweg entlang. Am Ende des Kammweges steht eine kleine Tempelanlage, die Dashain Kali heißt, genauso wie die große Anlage, die ca 1,5 km entfernt ist. Viele hinduistische Statuen, so um 50 cm groß, sind auf Säulen ringsum aufgereiht. Einige sind in Wandnieschen.

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Auch ein Buddha findet sich. In der Mitte ein großes Lingam. Um 9 Uhr kriegen wir Frühstück im Family-Guesthouse und checken dann aus. Draußen chartern wir ein Taxi, dass uns zum großen Dashain Kali Temple bringt. Die Straße ist extrem schlecht. Schon von weitem zeigt eine Budenreihe mit Blumenkränzen und religiösem Nippes an, dass wir uns einem großen Heiligtum nähern. Es liegt ähnlich wie Pashupathinaht, unten an einem Fluss.

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Wir gehen die Treppen runter und sehen gleich eine Leichenverbrennung. Der Haupttempel liegt weiter hinten auf der anderen Seite des Flusses. Es ist reichlich Betrieb hier und an bestimmten Tagen noch mehr.

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Dann werden hier Tieropfer der schwarzen Göttin Kali gebracht.

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Ohne Schuhe überquere ich mit Zidan die Brücke zum Tempel. Von außen darf man alles fotografieren, direkt drinnen nicht. Ich stelle mich mit in der Reihe der Gläubigen mit an, kriege ein Tika auf die Stirn und gebe einen kleinen Schein.

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Danach lasse ich das alles mal auf mich wirken. Für die Menschen ist dieser für sie äußerst heilige Ort sehr bedeutend. Ich schaue mir das Treiben eine Weile an und mit welchen unterschiedlichen Minen hier alles passiert.

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Oft scheint das Selfie wichtiger als der spirituelle Gedanke. Der Geruch ist bei vielen hinduistischen Anlagen nicht so gut wegen verwesendem Obst und andere Opfergaben. Ein junger Mann läuft mit zwei kopflosen Hühnern herum und lässt sich vor dem Tempel fotografieren, unzählige Tauben umflattern den Tempel. Alles ist nass, da viel Wasser mit Schläuchen auf die Steinplatten geplört wird.

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Der Taxifahrer zeigt an, dass es auf der anderen Seite des Tempels wartet. Dort geht es vom Fluss Stufen wieder hoch. Die Seiten sind gesäumt von kleinen Händlern, Privatleute, die sich mit hausgemachtem Essen etwas verdienen. Ein alter Mann gibt mir aus einem Topf eine Art Milchreis zum Probieren und sagt: Mithu Cha (lecker), was ich nicht bestätigen kann.
Wir lassen uns zum Hügel der Höhlen fahren. Ich will noch mal nach der Sonnenbrille gucken. Zügig finden wir den Weg und am Parkplatz der Rolle entdeckt Zidan die Brille. Na guck – geht doch. An seinen Schuhen sind Blutegel. Also sind die Blutflecken, die ich seit gestern habe doch nicht von Steinchen in der Trekking-Sandale sondern von den Swinegeln. Jucken ja auch reichlich.
Unten nehmen wir den Bus nach Kathmandu. Ich habe einen Stehplatz bis in die Stadt. Gegen 13 Uhr nehmen wir in der Nähe des Ratna-Parks Lunch in einem einfachen, billigen Restaurant im 1. Stock. Das Essen ist gut. Später bringe ich Zidan zum Busparkplatz. Er fährt zurück nach Dhulikel. Ich schlendere durch die Stadt und mache etwas Shopping während ich mich weiter zum Annapurna Guesthouse bewege. Dort bekomme ich im 6. Stock ein Zimmer mit eigenem Balkon – prima. Die Dusche ist heiß und ich wasche noch ein paar Sachen durch, die auf den Balkon zum Trocknen lege. Ich checke die Emails und erfahre, dass mein Freund Chips, Joachim Kratochwill, im Alter von 59 Jahren plötzlich verstorben ist. Herzstillstand. Ich bin tief betroffen. Dann ist das Netz nicht mehr verfügbar.
Teknath ruft an. Wir verabreden uns am Chetrapati Platz, den kennen wir beide. Nach der herzlichen Begrüßung nehmen wir die Straße Richtung Swayambu. Sie bildet die Grenze zum Stadteil Thamel und gehört nicht mehr dazu. Abgesehen vom starken Verkehr, der hier immer schon herrschte, hat sich die Straße ziemlich verändert: Glasfassaden und moderne Geschäfte haben bereits viele der kleinen Läden verdrängt. Wir suchen ein lokales Restaurant und landen schließlich in einer Steinofen-Pizzeria. Das ist jetzt ja mal nicht so lokal. Ich bin erstaunt, dass Teknath da rein will. Soll mir recht sein – es gibt erstmal guten Kaffee. Die echte Steinofen-Pizza ist auch gut und reichlich. Ich lade Teknath noch auf ein Bier ein und wir gehen in den Garten des Brezel – Cafes in Thamel. Zunächst sind wir die einzigen Gäste und klönen noch einmal unsere Erlebnisse und die nächsten Pläne durch. Er hat von einer Milchziegenfarm in Chitwan gehört und ich von Monteziego in Süddeutschland. Beide wollen wir uns kümmern. Ich gebe ihm noch weitere 40 000 Rps. für die Frauenprojekte. Dann verabschieden wir uns. Zurück im Guesthouse merke ich, dass das Außenteil einer Klimaanlage oberhalb meinen Balkon nass getropft hat. Auch Teile der Wäsche sind betroffen. Ich spüle sie noch einmal durch und hänge sie innen auf. Dann lege ich mich ab.

Dienstag, 25. September 2018

Morgens um 6 Uhr schalte ich die Klimaanlage aus. Sie war durchaus hilfreich, irgendwann aber zu kalt. Die Nasentropfen haben gut gewirkt. Trotzdem bin ich ziemlich heiser. Wir packen alles Gepäck in den Storeroom und gehen um 9.30 Uhr Kaffee trinken in einem Organic Coffeeshop in der Nähe des Annapurna Guesthouses. Zidan ruft Prem an und der sagt, dass die Busse nach Pharping in Koteshwor losfahren. Ich entscheide, zum Busparkplatz Ratnapark zu gehen und da wir bei Fren’s Kitchen vorbeikommen, werfen wir ein kleines Frühstück ein.

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Am Busparkplatz fährt tatsächlich ein Bus nach Pharping.

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Noch ist er leer und wir finden einen Sitzplatz. Da Zidan ziemlich dick ist, habe ich nicht ganz so viel Raum. Der Bus fährt los. In Koteshwor wird es dermaßen proppenvoll, dass nichts mehr geht. Lauter Studentinnen und Studenten steigen ein.

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Dann geht es ab Kalimati am Bhagmati Fluss lang. Die Straße ist einigermaßen in Ordnung doch bewegen kann ich mich nicht. Ich trage die ganze Zeit die Staubmaske denn schon bald wird die Straße zur staubigen Piste. Je näher wir Pharping kommen, desto schlechter wird die Straße. Der Bus rumpelt durch Schlaglöcher und wirbelt ordentlich Staub auf. Einige Studentinnen und Studenten steigen aus. Wir passieren große buddhistische Klöster und sehen an einem Berg eine riesige Buddha Statue. Mühsam quält sich der Bus den Hang hoch und dann sind wir in Pharping. Die ganze Fahrt hat mich 60 Rps. für beide gekostet. Unglaublich, wie unterschiedlich die Transportpreise ausfallen. Macht einen staubigen Eindruck, der Ort. Die Straße hoch steht ein Buddha im Staubschutzglaskäfig.

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Wir nehmen erstmal Lunch und bekommen einige Informationen. Mir reicht eine Thupka, Zidan wühlt einen ein vollständiges Nepali Set (Dal Bath) weg. Das Family-Guesthouse scheint für uns erste Wahl zu sein. Hier gibt es auch eine Broschüre über die umliegenden Sehenswürdigkeiten. Das Zimmer ist einfach, mit attached Bathroom für 1200 Rps. Soweit okay. Der Klodeckel ist kaputt und die Dusche, anders als angekündigt, nur kalt. Wir gehen die staubige Straße zurück und landen an mehreren Teichanlagen vor dem Shresh Narayan Tempel. Dieser liegt höher am Hang und soll 500 Rps. Eintritt kosten. Zidan hat eine Tüte Fischfutter gekauft und wir füttern erstmal die Fische, wie wohl viele hier. Nur wenige Fische interessieren sich für das Futter, sie sind einfach satt. Der Eindruck vom Tempel reicht mir und wir gehen die Straße weiter runter um dann unten, wo ein trockener kleiner Fluss quert, abzubiegen Richtung mächtiger Buddhastatue. Das Dorf heißt Dello und hat zwei große Klöster. Ich vermute ein Nonnen- und ein Mönchskloster. Ein wenig durch die verstreuten Häuser schlängelnd kommen wir an einer kleinen Bronzeschmiede vorbei, die filigrane Arbeiten herstellt. In verschiedenen Bädern liegen die Rohlinge und weiter bearbeitete Gegenstände.

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Etwas oberhalb liegt hinter einem Kloster die über 10 m hohe Statue Guru Padma. Das Ganze befindet sich in Renovierung und ist deshalb geschlossen.

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Hier mal ein Fotomachen und weitergehend die Perspektive wechselnd passieren wir eine Hausbaustelle. Hier wird auch der Beton für die Decke per Hand angemischt und überwiegend von Frauen mit der Kiepe eine Bambusleiter hoch getragen. Zidan hat herausgefunden, dass es hier irgendwo eine Höhle gibt. Mit entsprechenden Hinweisen finden wir sie, ganz versteckt hinter Gesträuch am Hang. Ketten sind von den Einwohnern als Halteseile gespannt und helfen, den fast senkrecht den Aufstieg zu bewältigen.

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Durch die verschlossene Gittertür können wir ins Innere lugen und Zidans Handy gibt zusätzlich Licht. Weit hinten erkennt man eine Statue auf einem Sims und Opfergegenstände dabei.

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Wieder unten sagt die hinweisgebende Frau, dass wir auch hinein könnten und ruft eine andere Frau mit Schlüssel herbei. Nun sieht man, dass drinnen neben der Statue der Gang schmal weiter geht. Zidan erweist sich als nicht so mutig, gibt mir aber sein Handy, damit ich beim Weitergehen Licht habe. Dann er folgt mir doch. Wir gelangen zu einer weiteren Opferstelle und nun wird es so schmal, dass wir wieder umkehren. Die Höhle ist mehr so eine Art Spalt in einer Verwerfung. Dieser setzt sich bis hoch hinauf fort. Die Schlüsselfrau sagt, die Höhle ginge durch den ganzen Berg bis zur anderen Seite. Sie erklärt uns den Weg um den Berg herum und ich gebe ihr 200 Rps.

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Auf den so geliebten schmalen Pfaden bewegen wir uns um den Berg. Der Pfad ist kaum als solcher auszumachen und zieht sich auch nicht auf einer Ebene um den Berg.

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Trotzdem finden wir auf der anderen Seite eine offene Höhle. Zidan will nicht rein, folgt mir dann aber doch wieder, sogar durch einen extrem schmalen Spalt quetscht er seine Wampe. Ein größerer Bereich öffnet sich und dann ist Schluss.

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Es ist eine andere Höhle, nicht die Verbindung zur anderen Seite. Wieder eine kleine Statue und Opfergaben. Ich denke, es handelt sich um Opferstellen beider Religionen, da es sowohl buddhistische als auch hinduistische Anteile gibt.

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Am nackten Fels ziehen sich treppenartig befestigte Absätze nach unten, enden dann aber plötzlich. Mir scheint, dass es weiter unten wieder einen Pfad gibt und ich überrede Zidan zum Abstieg auf dem sehr steilen Hang.

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Er geht vorweg und macht seine Sache gut. Tatsächlich treffen wir auf einen kleinen Pfad, der von den Graserntefrauen begangen wird. Es ist steil und glitschig auf blanken Lehmstellen. In einer Serpentine rutsche ich voll aus und lege eine beachtliche Rolle hin. Nix passiert und bald gelangen wir über Wege zwischen den Häusern zurück zur Straße. Für jeden gibt es einen Liter Wasser an der Bude und dann zurück mit dem Bus. Das kurze Stück kostet 30 Rps., ganz schön viel, verglichen mit der Strecke von Kathmandu hierher. Es gibt eben keine festen Tarife für die Busse in Nepal. Ich stelle fest, dass ich meine geschliffene Sonnenbrille bei der Rolle eingebüßt habe. Ich hatte sie am T-Shirt hängen. Mist.
Kalte Dusche und in der Dämmerung einen Gang, die Stufen hoch zum Kloster mit der Höhle von Padmasambava, auch Guru Rinpoche Cave genannt. Er soll hier auf seinem Weg nach Tibet meditiert haben. Viele Butterlampen sind hier aufgestellt und ich habe das Gefühl, an einem powervollen Ort zu sein.

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In der Höhle ist wieder eine Statue und es liegen Meditationskissen darin. Platz hat sie nur für wenige Menschen.

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Wir steigen hinter dem Kloster die Stufen weiter hoch und kommen auf eine Aussichtsplateau. Das Tal und das Kloster zeigen sich in der untergehenden Sonne. Der Mond ist schon zu sehen. Zwei jüngere Mönche kommen dazu und meinen, ich sei erstaunlich fit. Die Mönche in meinem Alter kämen kaum die Treppen hoch. Besser so als umgekehrt, denke ich. Im Dunkeln gehen wir zurück zum Guesthouse und halten Dinner im Rooftop-Restaurant oben. Es gibt ein sehr gutes Dal Bath.

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Um 20 Uhr sind wir in unserem Schlafraum. Mächtiges Hundegebell, aggressiv und endlos, zieht sich durch die Nacht, begleitet von Zidan – er schnarcht.

Montag, 24.September 2018

Nach Mitternacht hat sich der Wind gelegt und meine Nase sich so weit beruhigt, dass ich schlafen kann. Morgens ist meine Stimme angeschlagen und ich habe leichte Schluckbeschwerden. Dafür geht es der Nase etwas besser. Ingwer-Lemon-Tee mit Honig nebst Joghurt mit Früchten lindern die Beschwerden, so dass ich bald wieder zu Kaffee übergehen kann. Wir haben Bergsicht: Langtang und die Berge Tibets sind sichtbar, die Sonne brennt.

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Die Briten frühstücken auf dem Rooftop, ich bleibe im Schatten. So richtig fit fühle ich mich nicht. Zidan will mich nach Kathmandu und auf den geplanten Ausflügen begleiten. Er kennt das alles noch nicht und ist gern mit mir unterwegs. So beschließe ich, dass wir ein Taxi nehmen und das ganze Gepäck gleich mitkommt. Im Annapurna Guesthouse haben wir gestern Abend reserviert – zum alten Preis.

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Um 11 Uhr geht es los. Unten hat sich die ganze Familie versammelt und ich bekomme eine rührende Verabschiedung. Kanchimaya hängt mir einen Schal um und ich bekomme eine Pashmina als Geschenk für Evelyn mit. Alle überreichen Blümchen und wünschen, dass ich wieder komme. Prem ist nicht dabei, er ist mit den Briten unterwegs.
Das Taxi kommt relativ zügig durch und liefert Zidan und mich direkt am Annapurna Guesthouse ab, nimmt aber auch 2500 Rps. dafür. Raum 402 im vierten Stock hat ein defektes Türschloss und wir ziehen um in den fünften Stock. Hier fehlt dafür, wie ich später feststellen, die halbe Klobrille. Wir nehmen ein Taxi nach Bhutalikantha. Der Weg ist kürzer als ich dachte. Der Fahrer wartet und wir nehmen Lunch.

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Dann geht es in die Tempelanlage Shree Bhutanikantha Bishnu Bhagwan. Hier ruht der liegende Bishnu; es ist ein bedeutender Hinduplatz. Da man alle Ledersachen, Schuhe und Kameras ablegen muss bevor man das Heiligtum betritt, gehen wir nacheinander. Der schlafende Bishnu liegt in einem Wasserbecken und ist bekleidet.

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Viele Gläubige legen Opfergaben am Fußende ab und verneigen sich mehrfach. Nachdem auch wir unsere Ehrerbietung erbracht haben machen wir eine Kora um den Tempelbereich. An einer Stelle kommt Wasser aus einem Rohr, offensichtlich heilig, mit einem Bodhibaum daneben. Auch hier beten Leute und verspritzen dann das Wasser.

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Von oben scheißen die Vögel und man muss aufpassen. Die Straße hinter dem Tempel ist gesäumt von pseudo-religiösem Raffel und Spielzeug. Ich kaufe ein kleines Bildheftchen mit allen Heiligtümern, die ich besucht habe.

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Weit oberhalb der Tempelanlage steht ein riesiger Stupa am Hang, den ich gerne besuchen möchte. Unser Fahrer gurkt übelste Wege hoch, den Rest gehen wir dann in seiner Begleitung zu Fuß. Der Stupa liegt höher als ich gedacht habe.

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Er ist noch im Bau, zumindest die Feinheiten sind noch nicht fertig. Er ist riesig mit großartiger Aussicht auf Kathmandu und die Shivapuri-Hügel.

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Zidan veranstaltet eine Fotosession mit mir.

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Alle seine Aufnahmen werden automatisch bunter gemacht. Mir gefallen meine eigenen Aufnahmen besser. Auf dem Rückweg nach Kathmandu werden wir umgeleitet und der Fahrer fährt abenteuerliche Wege durch schmale Gassen mit kleinen Staus weil sich entgegenkommende Fahrzeuge nicht aneinader vorbei trauen. Irgendwie kommt er zum Annapurna Guesthouse durch. Der ganze Spaß kostet mich dann 2000 Rupies ungefähr 20 $. Am Durbar Square soll Festival sein: Indra Jatra, zu Ehren Kumaris, Ganeshs und Bhairavs. Also schnell heiße Dusche, Magen gereinigt und los. Unterwegs bei Pilgrims eine Karte vom Kathmandu Valley und am Chetrapati Nasentropfen gekauft. Zidan ist etwas verblüfft über meine Ortskenntnis aber in Thamel kenne ich mich inzwischen sehr gut aus. Vom Chetrapati zum Durbar Square geht es immer geradeaus. Es dunkelt mächtig. Am Durbar Square ist der Bär von der Kette, dafür kostet es keinen Eintritt. Auf den Stufen der eingestürzten Pagode sitzen die Menschen und der Platz ist proppenvoll. Überall Verkäufer mit leuchtenden Teufelshörnchen oder LED-Schleifen für dem Kopf. Wir lassen uns mit der Menge treiben und landen im hinteren, vom Erdbeben nicht so stark in Mitleidenschaft gezogenen Bereich.
Auch dieser ist so voll, dass man nicht umfallen kann. Leute vor den Opferstellen und ab und zu Trommeln. Auch die Straße hinter dem Durbar Square ist voll. Hier sind viele Straßenhändler, die ihre Ware auf der Erde anbieten. Ich kaufe zwei T-Shirts. Um die Orientierung nicht zu verlieren, drehen wir irgendwann um. Nun ist es nicht mehr ganz so voll. Die Straße zum Chetrapati ist inzwischen ziemlich finster. Im tibetischen Restaurant gibt es Dal Bath und danach gehen wir noch in die Rock-Bar Purple Haze. Zidan kennt das alles nicht. Es ist verhältnismässig leer, auf der Tanzfläche ist gar keiner. Die Band auf der Bühne ist gut, doch das Ziel, zu verzehren tritt immer mehr in den Vordergrund. Ständig wird man dazu aufgefordert. Hinter der Band auf der Leinwand ständig der Hinweis, man soll er auf seine Sachen aufpassen und keine Getränke und Zigaretten mit auf die Tanzfläche nehmen.

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Viele Typen sind da, meistens Nepali, wenige Frauen, zwei bis drei Prostituierte. Irgendwie finde ich, ist auch der alte Charme hin. Die Musik bleibt das Beste und die zweite Band kommt. Die gefällt mir nicht so gut und wir gehen. 23 Uhr sind wir im Annapurna. Mein T-Shirt stinkt nach Rauch. Es ist so heiß hier im fünften Stock, dass ich runter gehe, den Rezeptionisten wecke und die Fernbedienung für die Klimaanlage verlange. Oben wieder angekommen kriege ich das Teil nicht zum Laufen. Also wieder runter. Der Boy sagt, den Zimmerschlüssel in das vorgesehene Fach einstecken. Bringt aber nichts = das dritte Mal vom 5 Stock runter und den Typen geweckt. Nun kommt er mit hoch und fummelt. Erst nach dem Reset des Gerätes mit Stecker raus und wieder rein, tut sich was. Na dann gute Nacht.

Liebe Freunde,

ich bin nun schon über 6 Wochenn wieder in Helzendorf und lebe das westliche Leben. Nun möchte ich euch doch noch an den letzten Tagen meiner Reise teilhaben lassen.

Viel Spaß beim Lesen.

Ich plane, meine Erlebnisse und Bilder noch vor Weihnachten überarbeitet als Buch heraus zu geben.

 

Sonntag 23.09.2018

Um 6.20 Uhr ist noch keine der Mountainsicht. Ich schlafe weiter. Geräusche wecken mich. Emily ist wach. Ich stehe auch auf und wir gehen zum Frühstücken zum Restaurant.

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Meinen Kaffee lasse ich etwas stärker brühen, der Pancake dazu reicht mir. Die Sonne kommt hoch und wärmt. Alles hängt hier zusammen: Restaurant, Guesthouse, denn der Restaurantbesitzer wäscht seine Wäsche dort und die Frau vom Haus kommt zum Restaurant. Der Lama zeigt sich nicht. Emily ruft: “Langtang” und von der Terrasse des Hauses haben wir herrliche Bergsicht.

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Wir löhnen alles ab und zünden jede drei Butterlampen an, sie für die Oma, ich für Bonze und meine Eltern. Hinter dem Namo Buddha Shrein hat in der Wärme der Kerzen eine Katze Babys gekriegt. Wir gehen hoch zu den Läden des Klosters. Emily kauft Buddhas dann verabschieden wir uns herzlich. Mal sehen, ob der Kontakt hält.

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Ich gehe runter zum Stupa und weiter Richtung Dhulikel. Ein neuer Weg wird ausgeschoben und derBerg zerlegt.

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Ich kenne jetzt den Weg und kann mich von hier aus auch an die Abkürzungen von Prem erinnern. Unterwegs sehe ich Bauern mit der Rückenspritze ihre Kartoffelfelder spritzen und später Minerldünger auf für die neue Aussaat vorbereiteten Feldern. Es ist ja auch zunächst mal einfacher so. Die Gedanken um die Qualität und die Nachhaltigkeit kommen vielleicht später.

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Er es ist warm und schön und ich beschließe von Khavre aus zum goldenen Buddha, Shanti Ban, zu gehen und mich auch da zu verabschieden. Ohne Probleme finde ich den Aufstieg und den Weg unterhalb des Kali-Tempels zu den 1000 Stufen, die von Dhulikel hier hochführen. Ca. halbe Strecke liegt der goldene Buddha. Der alte Mann bedeutet mir, die Schuhe auszuziehen. Ich lasse alles bei seinem Häuschen und drehe meine Runde allein. Ich mag diese Statue.

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Zurück erzähle ich so gut es geht von Prem drehen und der Alte versucht auch sein sprachliches Glück. Ich gehe bist Dhulikel, finde unterwegs noch einen Tempelbereich bestehend aus einem größeren Kali-Tempel und einem kleineren Shiva-Tempel mit den Bullen Nandu davor und einem schlangenumschlungen Lingam innen

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und gehe bis zum Geldautomaten. Nebenan einen Cappuccino und wieder hoch Richtung Bhatidanda zum Friseur. Dort reißt mich während ich warte, die Stimme von Eddie Vedder von meinem Buch. Im Fernsehen laufen Ausschnitte von “Into The Wild”. Gleich nach der Heimkehr muss ich diesen hervorragenden Film mit seinem außergewöhnlichen Soundtrack mir noch einmal ansehen. Vielleicht Open Air. Um 15.30 Uhr bin ich mit meinem Kurzhaarschnitt zurück im Tashidelek. Warmer Empfang, Kaffee, Pakauda, Pommes Frittes und Lemon Soda. Heiße Dusche, frische Klamotten und dann mal eben eine Sandkiste in Nepal einführen. Mit Zidan hebe ich den Bereich aus und finde Holz für die Umrandung in Ram’s Baustelle.

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Nun noch Sand rein und schon sitzt Mingmar drin und spielt.

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Alle sind begeistert. Prem sagt, dass ich viele Nepalis nicht so um die Kleinen kümmern. Für diesen ist erstmal gesorgt.

dsc014611364441666.jpg                  Horst, Prem’s Vater und dessen älterer Bruder (Prem’s Onkel)

Prem übergibt einem Nepali einen Teil unserer Spendengeld, damit der sein Haus fertig stellen kann.

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Ich bekomme eine Erkältung, meine Nase läuft und ich muss laufend niesen. Ich packe. Es hat sich ganz schön was angesammelt. Ein mächtiger Wind ist aufgekommen, ohne Jacke geht draußen nichts mehr und im Badezimmer heult es laut.
Unten ist im Licht der Deckenlampe Pivatvorführung auf den Eingangsstufen des Hauses für das britische Ehepaar und mich sowie der ganzen Tamang Familie.

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Zwei junge Mädchen tanzen zur Musik vom Handy.

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Das sieht einigermaßen geübt und schwungvoll aus. Zidan singt seine eigenen Songs Playback und die Mädels tanzen wieder dazu.

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Zum Schluss tanzen dann alle.

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Prem und ich quatschen noch ein wenig und dann ist Licht aus. Ich habe zwei Rollen Klopapier verschnupft.

Samstag, 22. September 2018

Als ich um 7.20 Uhr aufwache, ist es draußen sehr bedeckt, der Wind pfeift und es macht einen regnerischen Eindruck. Ich bin ganz zufrieden mit der Entwicklung meines Ausfluges und beschließe, noch eine Nacht hierzubleiben. Gegen 8.30 Uhr gehe ich an den Stupaas mit den Maisresten vorbei.

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Es ruft das Restaurant zum Frühstücken, nachdem ich die Kinder des Hauses mit Luftballons versorgt habe. Ich ordere eine große Kanne Kaffee und einen Banana-Pancake und schreibe. Es ist überraschend warm und ich bleibe lange an diesem schönen Platz sitzen.

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Nun bezahle ich mal meine Rechnung denn bis jetzt hat der Wirt alles aufgeschrieben. Ich gebe 2000 Rps. und habe so sogar plus auf dem Deckel. Gegen 10.30 Uhr lasse ich mich im Klosterareal treiben. Zunächst gehe ich hinter dem Kloster die Stufen hoch. Der Zaun ist dicht, fast blickdicht, mit Fahnen behängt.

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Die Treppe landet oben bei den Läden. Ich kaufe ganz kleine Buddhas.

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Die Runde führt mich zu einer offenen Tür und ich gelange im Kloster zum Raum des Goldenen Buddha. Eine Frau aus Hongkong sitzt bereits da und meditiert. Ich setze mich dazu und versinke tief. Diesen eher kleinen Raum habe ich noch nie vorher gesehen. Er gefällt mir am besten vom Kloster, auch die Ausstrahlung dieser Statue.

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Nach einiger Zeit kommt ein Mönch und spricht mit der Frau über die Schlüssel zum Raum. Ich verlasse den Platz und wenig später sehe ich auch die Frau draußen. Der Mönch schließt alles ab. Die Gebtsmühlen mit einem “Om Mani Padme Hum” drehend schlendere so durch alle Bereiche des Klosters.

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Auch der große Tempel oder Gompa wird abgeschlossen. Das Kloster macht Mittag. An der Buddha Statue mit den betenden Mönchen davor, ist reichlich Nepalibetrieb. Heute ist ja Samstag, der freie Tag in Nepal und es wimmelt im ganzen Kloster von nepalischen Besuchern.

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Emilie aus Frankreich taucht beim Buddha auf. Sie hatte mich nach Unterkunftsmöglichkeiten im Kloster gefragt und ich sie ans Office verwiesen. Es hatte schon zu und nun quatschen wir länger. Sie ist 37 und 10 Monate auf Weltreise, Sabbatical. Wir gehen zum Restaurant, der Platz und die Aussicht ist schön und Lunchtime ist sowieso. Chef und Guide einer Trekking Organisation auf Ausflug bitten uns an den Tisch und ein nettes Gespräch entwickelt sich. Ich erfahre den Preis für die Gästezimmer im Kloster: 3000 Rps. incl. Breakfast und Dinner. Für eine Einzelperson ganz schön viel, zu zweit in Ordnung. Meine Wahl gefällt mir besser. Emilie will auch im Guesthouse einchecken doch alle Räume sind belegt. Ich biete ihr das zweite Bett im Raum an und sie hat kein Problem damit als Dormatory erfahrene Travelerin. Es dauert lange, bis das Essen kommt, dafür ist es wieder sehr lecker. Nachmittags bleibt der Raum des Goldenen Buddhas verschlossen, dahinter ist jedoch der Green Tara Bereich geöffnet. Hier befinden sich diverse Buddhas mit unterschiedlichen Handhaltungen (Mudras). Der große Tempel ist offen und eine Trommel ruft die Mönche herbei.

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Wir verweilen auf den Besucherplätzen die ganze Session und werden mit Tee und Kuchen versorgt, genau wie die Gäste neben uns. Ich kann mich gut versenken und meine Beine halten besser durch als gestern. Danach begleitet mich Emilie auf der Kora ums Kloster. Auf der Treppe abwärts kommt uns der Lama aus dem Guesthouse entgegen, der mir vor zweieinhalb Monaten den Schal geschenkt hat. Natürlich erkennt er mich nicht wieder, so ohne Prem. Unten am Stupa hole ich mir ein Tika und wir umrunden ihn, die Gebetsmühlen drehend.

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Emilie ist froh, mich getroffen zu haben, hat sie doch so mehr von dem Ort.
Den Abschluss bildet ein Besuch des fahnenübersäten Hügels auf dem die Mönche letztes Mal Dart gespielt haben, jedenfalls ihrer Art davon.

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Abends geht die Sonne beeindruckend unter und jeder schreibt sein Tagebuch im Restaurant,auf das leckere Essen wartend.

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Zurück im Laden des Guesthouses merke ich, dass das Endlosband des Butterlampenshreins aus ist. Irgendwie merkwürdige, ungewohnte Ruhe. Ich trinke noch einen Absackerdöschen Bier und gute Nacht.