Sonntag 23.09.2018

Um 6.20 Uhr ist noch keine der Mountainsicht. Ich schlafe weiter. Geräusche wecken mich. Emily ist wach. Ich stehe auch auf und wir gehen zum Frühstücken zum Restaurant.

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Meinen Kaffee lasse ich etwas stärker brühen, der Pancake dazu reicht mir. Die Sonne kommt hoch und wärmt. Alles hängt hier zusammen: Restaurant, Guesthouse, denn der Restaurantbesitzer wäscht seine Wäsche dort und die Frau vom Haus kommt zum Restaurant. Der Lama zeigt sich nicht. Emily ruft: “Langtang” und von der Terrasse des Hauses haben wir herrliche Bergsicht.

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Wir löhnen alles ab und zünden jede drei Butterlampen an, sie für die Oma, ich für Bonze und meine Eltern. Hinter dem Namo Buddha Shrein hat in der Wärme der Kerzen eine Katze Babys gekriegt. Wir gehen hoch zu den Läden des Klosters. Emily kauft Buddhas dann verabschieden wir uns herzlich. Mal sehen, ob der Kontakt hält.

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Ich gehe runter zum Stupa und weiter Richtung Dhulikel. Ein neuer Weg wird ausgeschoben und derBerg zerlegt.

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Ich kenne jetzt den Weg und kann mich von hier aus auch an die Abkürzungen von Prem erinnern. Unterwegs sehe ich Bauern mit der Rückenspritze ihre Kartoffelfelder spritzen und später Minerldünger auf für die neue Aussaat vorbereiteten Feldern. Es ist ja auch zunächst mal einfacher so. Die Gedanken um die Qualität und die Nachhaltigkeit kommen vielleicht später.

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Er es ist warm und schön und ich beschließe von Khavre aus zum goldenen Buddha, Shanti Ban, zu gehen und mich auch da zu verabschieden. Ohne Probleme finde ich den Aufstieg und den Weg unterhalb des Kali-Tempels zu den 1000 Stufen, die von Dhulikel hier hochführen. Ca. halbe Strecke liegt der goldene Buddha. Der alte Mann bedeutet mir, die Schuhe auszuziehen. Ich lasse alles bei seinem Häuschen und drehe meine Runde allein. Ich mag diese Statue.

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Zurück erzähle ich so gut es geht von Prem drehen und der Alte versucht auch sein sprachliches Glück. Ich gehe bist Dhulikel, finde unterwegs noch einen Tempelbereich bestehend aus einem größeren Kali-Tempel und einem kleineren Shiva-Tempel mit den Bullen Nandu davor und einem schlangenumschlungen Lingam innen

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und gehe bis zum Geldautomaten. Nebenan einen Cappuccino und wieder hoch Richtung Bhatidanda zum Friseur. Dort reißt mich während ich warte, die Stimme von Eddie Vedder von meinem Buch. Im Fernsehen laufen Ausschnitte von “Into The Wild”. Gleich nach der Heimkehr muss ich diesen hervorragenden Film mit seinem außergewöhnlichen Soundtrack mir noch einmal ansehen. Vielleicht Open Air. Um 15.30 Uhr bin ich mit meinem Kurzhaarschnitt zurück im Tashidelek. Warmer Empfang, Kaffee, Pakauda, Pommes Frittes und Lemon Soda. Heiße Dusche, frische Klamotten und dann mal eben eine Sandkiste in Nepal einführen. Mit Zidan hebe ich den Bereich aus und finde Holz für die Umrandung in Ram’s Baustelle.

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Nun noch Sand rein und schon sitzt Mingmar drin und spielt.

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Alle sind begeistert. Prem sagt, dass ich viele Nepalis nicht so um die Kleinen kümmern. Für diesen ist erstmal gesorgt.

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Prem übergibt einem Nepali einen Teil unserer Spendengeld, damit der sein Haus fertig stellen kann.

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Ich bekomme eine Erkältung, meine Nase läuft und ich muss laufend niesen. Ich packe. Es hat sich ganz schön was angesammelt. Ein mächtiger Wind ist aufgekommen, ohne Jacke geht draußen nichts mehr und im Badezimmer heult es laut.
Unten ist im Licht der Deckenlampe Pivatvorführung auf den Eingangsstufen des Hauses für das britische Ehepaar und mich sowie der ganzen Tamang Familie.

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Zwei junge Mädchen tanzen zur Musik vom Handy.

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Das sieht einigermaßen geübt und schwungvoll aus. Zidan singt seine eigenen Songs Playback und die Mädels tanzen wieder dazu.

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Zum Schluss tanzen dann alle.

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Prem und ich quatschen noch ein wenig und dann ist Licht aus. Ich habe zwei Rollen Klopapier verschnupft.

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Samstag, 22. September 2018

Als ich um 7.20 Uhr aufwache, ist es draußen sehr bedeckt, der Wind pfeift und es macht einen regnerischen Eindruck. Ich bin ganz zufrieden mit der Entwicklung meines Ausfluges und beschließe, noch eine Nacht hierzubleiben. Gegen 8.30 Uhr gehe ich an den Stupaas mit den Maisresten vorbei.

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Es ruft das Restaurant zum Frühstücken, nachdem ich die Kinder des Hauses mit Luftballons versorgt habe. Ich ordere eine große Kanne Kaffee und einen Banana-Pancake und schreibe. Es ist überraschend warm und ich bleibe lange an diesem schönen Platz sitzen.

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Nun bezahle ich mal meine Rechnung denn bis jetzt hat der Wirt alles aufgeschrieben. Ich gebe 2000 Rps. und habe so sogar plus auf dem Deckel. Gegen 10.30 Uhr lasse ich mich im Klosterareal treiben. Zunächst gehe ich hinter dem Kloster die Stufen hoch. Der Zaun ist dicht, fast blickdicht, mit Fahnen behängt.

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Die Treppe landet oben bei den Läden. Ich kaufe ganz kleine Buddhas.

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Die Runde führt mich zu einer offenen Tür und ich gelange im Kloster zum Raum des Goldenen Buddha. Eine Frau aus Hongkong sitzt bereits da und meditiert. Ich setze mich dazu und versinke tief. Diesen eher kleinen Raum habe ich noch nie vorher gesehen. Er gefällt mir am besten vom Kloster, auch die Ausstrahlung dieser Statue.

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Nach einiger Zeit kommt ein Mönch und spricht mit der Frau über die Schlüssel zum Raum. Ich verlasse den Platz und wenig später sehe ich auch die Frau draußen. Der Mönch schließt alles ab. Die Gebtsmühlen mit einem “Om Mani Padme Hum” drehend schlendere so durch alle Bereiche des Klosters.

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Auch der große Tempel oder Gompa wird abgeschlossen. Das Kloster macht Mittag. An der Buddha Statue mit den betenden Mönchen davor, ist reichlich Nepalibetrieb. Heute ist ja Samstag, der freie Tag in Nepal und es wimmelt im ganzen Kloster von nepalischen Besuchern.

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Emilie aus Frankreich taucht beim Buddha auf. Sie hatte mich nach Unterkunftsmöglichkeiten im Kloster gefragt und ich sie ans Office verwiesen. Es hatte schon zu und nun quatschen wir länger. Sie ist 37 und 10 Monate auf Weltreise, Sabbatical. Wir gehen zum Restaurant, der Platz und die Aussicht ist schön und Lunchtime ist sowieso. Chef und Guide einer Trekking Organisation auf Ausflug bitten uns an den Tisch und ein nettes Gespräch entwickelt sich. Ich erfahre den Preis für die Gästezimmer im Kloster: 3000 Rps. incl. Breakfast und Dinner. Für eine Einzelperson ganz schön viel, zu zweit in Ordnung. Meine Wahl gefällt mir besser. Emilie will auch im Guesthouse einchecken doch alle Räume sind belegt. Ich biete ihr das zweite Bett im Raum an und sie hat kein Problem damit als Dormatory erfahrene Travelerin. Es dauert lange, bis das Essen kommt, dafür ist es wieder sehr lecker. Nachmittags bleibt der Raum des Goldenen Buddhas verschlossen, dahinter ist jedoch der Green Tara Bereich geöffnet. Hier befinden sich diverse Buddhas mit unterschiedlichen Handhaltungen (Mudras). Der große Tempel ist offen und eine Trommel ruft die Mönche herbei.

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Wir verweilen auf den Besucherplätzen die ganze Session und werden mit Tee und Kuchen versorgt, genau wie die Gäste neben uns. Ich kann mich gut versenken und meine Beine halten besser durch als gestern. Danach begleitet mich Emilie auf der Kora ums Kloster. Auf der Treppe abwärts kommt uns der Lama aus dem Guesthouse entgegen, der mir vor zweieinhalb Monaten den Schal geschenkt hat. Natürlich erkennt er mich nicht wieder, so ohne Prem. Unten am Stupa hole ich mir ein Tika und wir umrunden ihn, die Gebetsmühlen drehend.

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Emilie ist froh, mich getroffen zu haben, hat sie doch so mehr von dem Ort.
Den Abschluss bildet ein Besuch des fahnenübersäten Hügels auf dem die Mönche letztes Mal Dart gespielt haben, jedenfalls ihrer Art davon.

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Abends geht die Sonne beeindruckend unter und jeder schreibt sein Tagebuch im Restaurant,auf das leckere Essen wartend.

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Zurück im Laden des Guesthouses merke ich, dass das Endlosband des Butterlampenshreins aus ist. Irgendwie merkwürdige, ungewohnte Ruhe. Ich trinke noch einen Absackerdöschen Bier und gute Nacht.

Freitag, 21. September 2018

Freitag 21 September 2018

Die Nacht über hat es nochmal ordentlich geschüttet und in den Bergen war Wetterleuchten und Gewitter. Morgens um 6 Uhr ist Sicht auf die Wolken im Tal aber nicht auf die Berge. Später ist alles weiß und es ist kühl.

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Gegen 12 Uhr packe ich meine Sachen und breche auf zum Kloster Namo Buddha, das eigentlich Thrangu Tashi Yangtse heißt, aber immer Namo Buddha genannt wird, weil es an dem Ort steht.

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Das Wetter ist gut, leicht sonnig und schöne Sicht ins Tal. Die Straße ist immer noch nicht geräumt, dafür ist zum Tal hin ein neuer kurzer Weg ausgeschoben worden. Hier soll wahrscheinlich gebaut werden. Die Grillen singen lautstark.

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In Khavre sind eine Menge wilde Hunde unterwegs und müssen sich zwischendurch mal beißen. Mit dem Trekkingstock mache ich den Mindestabstand deutlich, der dann auch eingehalten wird, denn eine Weile trotten sie mit mir mit. Am Ende der Straße sind alle Wellblechbuden eingerissen worden und gegenüber um das Gebäude ein neuer Zaun gezogen worden.

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Ich überquere die Hauptstraße und gehe den Hang rauf. Oben stelle ich fest, dass ich zwar schwitze aber nicht annähernd so kaputt bin, wie vor noch zu zwei Monaten, als ich die Tour mit Prem vor der Tibetreise gemacht habe. Gegenüber führt eine Treppe hoch, die unteren Stufen wurden gerade neu gegossen. Oben lande ich an einer kleinen hinduistischen Opferstelle.

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Von einer halbhohen Mauer umgeben stehen die Zeichen Shivas und anderer Gottheiten.

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Ich beschließe, mir selbst einen Weg zu finden und zunächst den Berg bis ganz oben zu gehen. So wandere ich schmale Trampelpfade an einzelnen Häusern entlang, mich immer nach oben orientierend. Erstaunte Farmerfrauen grüßen mit “Namaste” während der Weg sich nun durch die Maisfelder macht. Ich treffe auf eine Erntegruppe, die sich schlapp lacht, dass ein Ausländer so plötzlich aus dem Mais auftaucht.

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Weiter geht es nach oben. Eine alte Frau schlägt mit ihrer Plaggenhacke Erdklumpen platt. In Nepal erfolgt noch eine weitere Aussaat, sogar noch nach der Reisernte wird Senf ausgesät und für die Ölgewinnung geerntet. Über ein Grasplateau, begrenzt durch eine Art Fahnentour, gelange ich in einen Kiefernwaldgebiet.

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Erstaunlicherweise ist der ganze Berg auf dieser Seite und auf dem Höhenzug ursprünglich. Ich lasse mich über den Berg treiben und versuche in dem extrem steilen Gelände einen Weg nach unten zu finden. Gar nicht so einfach, ist der Naturcwald teilweise doch ordentlich zugewuchert. Ich komme zum Ende der Kuppe und kann so in drei Täler gucken, die sich rechts, links und vor mir befinden. Durch die Bäume erkenne ich links auf dem nächsten Berg den Stupa Namo Buddha in weiter Ferne und darüber die goldenen Dächer des Klosters. Hier am Ende des Berges ist es nicht ganz so steil und ich arbeite mich durch Spinnweben und Untergestrüpp, bis ich auf eine Art Pfad komme und gehe quasi unterhalb des Kamms wieder zurück. Das macht mir Spaß, denn bekannterweise liebe ich schmale, unbekannte Pfade. Dieser ist mal gerade Fußbreit und ich muss aufpassen, dass ich nicht zum sehr steilen Hang hin abknicke. Unterhalb ein deutlich sichtbarer, offensichtlich häufiger begangener Pfad, zu den ich mich vorsichtig, immer den Stock als Fallsicherung nutzend, serpentinenmäßig runter bewege. Ihm folgend kommen mir bald 2 Nepali mit Graskiepen und Sicheln entgegen. Ich bin auf dem richtigen Weg, muss aber bis zum Ende des Berges. Unter mir gluckert ein im Gestrüpp verborgener Bach und ich sehe immer mal Flächen, an denen Gras geerntet wurde. Es geht nun zügiger und nachdem ich den Bach an einer leicht ausgetretenen Stelle überquert habe, erreiche ich bald über eine Fußballfeld die Straße wieder und erkenne einen Stupa wieder, den ich damals mit Prem passiert habe. Während meiner Umrundung im Uhrzeigersinn kommt eine, wie sich später herausstellt, junge Norwegerin vorbei, die meint, ich spräche den typisch deutschen Akzent. Wird wohl so sein, die Franzosen erkennt man ja auch immer am Akzent. Sie ist mir zu langsam und ich setzte meinen Weg fort, der nun in eine Riesenbaustelle mündet.

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Unten ist eine Bude, in der ich Wasser bekomme. Durstig trinke ich fast den ganzen Liter und erreiche dann nach kurzer Zeit Namo Buddha Picnicplace, einen fahnenbesetzten, ruhigen Ort. Heute ist niemand da und der Wind spielt geräuschvoll mit den Fahnen Wirrwarr. Ich verweile ein wenig.

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Endlich erreiche ich das Kloster und finde, mich an der Schautafel orientierend, dass Office gegenüber des Aufgangs zum Haupttempel. Es ist verschlossen. Öffnungszeit nachmittags nur bis 15 Uhr und der Abstecher über den Waldberg hat meine Ankunftszeit auf 15.20 Uhr verlängert – auch gut.
Ich höre Trommeln und Hörner aus der Gompa, ziehe meine Schuhe aus und begebe mich nach oben. Die Halle ist gut besetzt mit Mönchen, die aus ihren quer beschriebenen Kladden zum Rhythmus der dicken Trommel rezitieren, immer wieder von Hörnern und Becken unterbrochen. Ich setze mich abseits in eine Reihe, so dass ich eine Säule im Rücken habe. Ohen Meditationskissen ist der Schneiderrsitz für mich eine ziemliche Herausforderung, die ich immer nur kurz durchhalte um dann die Position zu verändern. Hinter mir eine Touristengruppe, ausgewiesen als Gäste des Klosters durch gut sichtbare Umhänger unter Leitung eines Guide. Kurzfristig kann ich mich meditativ versenken. Die Trommelpausen nutzen die Mönche für gemurmelte Verse mit Handbewegungen und Fingerschnipsen mit beiden Händen. Dann folgen Räckel- bzw. Klönpausen. Nepalitee und ein in Fett gebackener Ring wird gereicht. Ich bekomme auch einen und schon geht die nächste Runde los. Trotz des Fotoverbots wage ich einen schnellen, ungezielten Schnappschuss und lasse die Kamera einen Moment als Tondokumentation laufen.

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Die Tourigruppe geht. Ich bleibe bis zum Schluss und warte, bis alle gegangen sind. Ich brauche ein wenig Zeit, bis ich wieder gehen kann. Gleich nach der Wanderung so lange zu sitzen war schon eine Zumutung für meine Beine. Ich gehe zum einfachen Guesthouse, in dem ich schon mit Prem genächtigt habe und miete mich da ein. Ein langes schwarzes Haar im Bett zeigt an, dass die Bettwäsche nicht gewechselt wurde. Ist nicht zu ändern und langsam auch ein bisschen egal. Es gibt ja Duschen.
Im bekannten Restaurant 20m weiter ordere ich Organic Coffee, ein paar Pommes Frites als Snack und einen Mint-Lemon-Juice. Uuuh – ist mit Crushed Ice. Mal sehen, was meine Magen dazu sagt. Für 19 Uhr ordere ich Dal Bath. Die Touristengruppe aus der Gompa kommt, Holländer. Ich frage nach dem Programm. Es gibt keins. Man ist einfach im Kloster, in der Nähe der Mönche und isst mit ihnen. Na, da kann ich auch gleich hier bleiben. Ich gehe duschen und etwas wärmeres anziehen, denn als die Sonne untergeht, ist es ganz schön kühl.

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Draußen ist es dunkel und ich setze mich vor den verhängten Felsen, der den Prinz, den Tiger oder Buddha zeigt, je nachdem auf wen man sich konzentriert. Butterlampen brennen und dass mir so bekannte, monotone Mantra läuft Tag und Nacht in Endlosschleife. Ich sitze auf meinen Schuhen und habe ein Tuch, was passend bereit lag, unter mir. Tatsächlich versinke ich wieder tief. Es donnert und blitzt hinter mir und die ersten Tropfen fallen. Ein Junge aus dem Guesthouse, schafft die mit einer Kiepe Maiskolben, die vor der Stupareihe vor dem Laden-Guesthouse liegen, ins Trockene. Ich helfe ihm, indem ich die Kolben in die Kiepe werfe und auch immer zwei Eimer voll wegtrage. Bald ist die Ernte gesichert. Ich nehme mein vorzügliches Dal Bath ein und setzte mich auf eine Dose Bier in den Laden des Guesthouses. Von außen ist nicht zu erkennen, dass man hier schlafen kann. Ein nepalischer Gast sitzt mit seiner Frau auch hier. Er kommt jedes Jahr einmal hierher. Ich lese noch ein wenig im Raum und schlafe gegen 21.30 Uhr ein.

Donnerstag, 20. September 2018

Ich habe bis 0.30 Uhr geschrieben und gelesen und schlafe daher, von Krähenschreien und Baulärm unterbrochen, bis 8.20 Uhr. Für meine Übungen auf dem Rooftop ist es fast zu warm doch ich mache zwei Durchgänge. Die Bauarbeiter zerschneiden die Moniereisen mit einer Trennscheibe auf einer Handkreissäge montiert. Das macht ordentlich Krach.

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Alles Vorbereitungen für die Decke bzw. Flachdach von Prem’s Bruder Ram’s Haus.

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Jackie und Michael, die Tochter der Schulgründer und ihr Mann treffen ein und Prem hat sich zu kümmern. Gegen 16.30 Uhr brechen wir mit dem Motorrad auf zum Mukthi-Baba oder Gosainkunda-Baba, wie manche auch sagen.

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Ich will mich verabschiedendenn meine letzte Woche bricht an.

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Heute spricht er kein Englisch, kocht aber wieder Tee und verteilt einige der Kekse, die wir mitgebracht haben. Er hat heute wohl wieder einen Mitarbeiter, der zur Belohnung sich eine mächtige Pfeife stopfen darf und diese auch alleine aufraucht.

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Zurück im Guesthouse gibt es Dinner mit Dal Bath und Newrow und ich unterhalte mich mit Meghan, einer nachmittags eingetroffenen kanadischen Krankenschwester, die auf Hawaii lebt und zwei Monate durch Nepal trekken will.
Morgen gehe ich zum Namo Buddha Kloster und werde da zwei Nächte bleiben.

Mittwoch, 19.September 2018

War die Dusche gestern noch heiß, ist sie heute um 7 Uhr eher kalt. Das ist aber auch in Ordnung für mich. Zum Frühstück gibt es guten Organic Coffee.

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Danach drehen wir noch eine kleine Runde durch den Ort.

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Prem kauft Dschungelgemüse, Newrow, dass nach Pilzen schmecken soll. Nach einem weiteren Kaffee brechen wir auf.

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Die Sicht ist fantastisch.

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Die hohen, teils schneebedeckten Berge an der tibetischen-nepalischen Grenze sind sichtbar und als die Sonne etwas höher ist auch fotografierbar weil der Blaustich sich reduziert.

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Wir fahren durch bis Dolalgath, der Ort mit der umtriebigen Busstation. Auch heute flitzen Händler mit ihren Schalen mit Essbarem zu jedem Bus und versuchen ihr Glück.

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Hier fließen Indrawati und der Sun Koshi zusammen.

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An der Gabelung der beiden Flüsse steht eine Tempelanlage. Der Chairman der Anlage winkt mich in sein Haus,

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wo seine Frau gerade aus der Geeta, der heiligen Schrift der Hindus, rezitiert. Ich darf ein kurzes Foto machen gegen eine kleine Spende.

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Draußen stehen unterschiedliche Shiva-Heiligtümer.

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Um 12.15 Uhr sind wir zurück im Tashidelek Guesthouse. Mein Hintern ist kurz vor wund. So eine Motorradrundreise habe ich noch nie gemacht. Es hat Spaß gemacht und ich habe wieder viele neue Eindrücke mitgenommen. Vor dem Haus sitzt Prems Mutter und drischt mit einem Stock Sojabohnen aus, die später durch Hochwerfen von der Spreu getrennt werden. Eine mühsame Handarbeit.

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Zum Lunch gibt es u.a. das spinatartige Dschungelgemüse Newrow. Es schmeckt ausgezeichnet nur nicht nach Pilzen. Da Prem den Standard seines Hauses verbessern will, zeige ich ihm die Feinheiten an Fliesen- und Silikonarbeiten. Er versucht auch sofort die stumpfen Fliesen mit Erfolg zu reinigen und wird das an die Putzfrau weitergeben. Solange keiner darauf hinweist, merkt das hier keiner – woher auch.

Dienstag, 18. September 2018

Um 5.45 Uhr nervt der Hahn. Es ist noch gar nicht richtig hell. Um 7.30 Uhr gibt es Frühstück in der Küche

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und danach machen wir eine kleine Wanderung die Stufen hoch auf den Berg.

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Die Landschaft ist hier anders, steiler, wilder. Es ist ein schöner Weg und ein schönes Tal was sich hier in der Sonne zeigt.

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Lauter neue Häuser entstehen hier. Dieses Gebiet war beim großen Erdbeben sehr schwer betroffen. Von den zwölftausend Toten hat es allein 6000 in diesem Areal gegeben. Mitten in den Neu- und Altbauten steht ein altes chinesisches Hilfszelt. Hier lebt in äußerste Armut ein 62-jähriger Mann. Er wurde nach zwei Tagen aus den Trümmern seines Hauses geborgen und war dann 6 Monate in Kathmandu im Krankenhaus. Er liegt im Zelt und kocht im Liegen. Ich gebe ihm 600 Rps. für Essen. Später werden wir im Laden des Guesthouses Essenslieferungen für weitere 900 Rps. organisieren, vorwiegend Nudelsuppen, die kann er am einfachsten kochen. Weit oben am Berg entstehen weitere neue Häuser und die Aussicht ist noch besser.

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Von hier aus ist Trecking in die Helambu-Region möglich, evtl. braucht man ein Zelt dazu. Kurze Rast oben und dann wieder runter.

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Der Aufstieg hat zwei Stunden gedauert, runter geht es in 45 Minuten. Nach einem Kaffee zahle ich und wir gehen über die Hängebrücke zurück. Irgendwie bin ich froh, dass kein Bungee Jumping Betrieb ist. Ich fühle mich so fit und angstfrei, dass ich nicht weiß, wie ich mich entschieden hätte. Wir müssen den ganzen Weg am Bothe Koshi entlang zurück.

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Zahlreiche herrliche Wasserfälle kommen z.T. aus größter Höhe beeindruckend heruntergestürzt.

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In Barhabise, wo wir gestern Chowmein hatten, muss die Kette nachgespannt werden und Prem tankt. Noch im Ort ist dann der Reifen platt.

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Während wir in einer anderen Bude Chowmein essen, bekommt der Bock einen neuen Mantel mit Schlauch. Wieder ist das Chowmein von guter Qualität. Chilisauce und Ketchup lasse ich aus bekannten Gründen immer weg. 3400 Rps. kostet die Reparatur dann geht es weiter den Araniko Highway lang.

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An einer Dreiecksgabelung machen wir Rast dann geht es auf der anderen Seite des Berges, der die Westgrenze ist Bothe Koshi Tals bildet lang. Die Straße ist sehr gut und zieht sich durch Kiefernwälder mit roter Erde, wie man es auch in Südfrankreich erlebt.

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Manchmal zieht sich die Straße sogar rüber zur Bothe Koshi Seite. Dann geht es abwärts und die Straße schwankt zwischen schlecht und sehr schlecht. Wir erreichen gegen 17 Uhr den Ort Chauthara und kommen im “New Araniko Hotel und Resort” in einem Cottage mit Klimaanlage erstaunlich preiswert für 1800 Rps. inklusive Frühstück unter.

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Auch das Essen ist nicht teuer und wir ordern Dal Bath für 19.30 Uhr. Ein kleiner Rundgang durch den rödeligen aber irgendwie auch mit Charm behafteten Ort bringt als Sonderangebot zwei Flaschen Handdesinfizierer für 160 Rps.

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In einer Straßenbude nehmen wir den Abendvodka. Prem hat dazu Limonen und Rettich besorgt.

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Der Besitzer überredet uns zu einer kleinen Portion geschmorten Wasserbüffelfleisch mit Zwiebeln – ein leckerer Snack. Er sagt, er sei der Besitzer der Namaste Lodge und wir sollen nächstes Mal da absteigen. Dann will er seinen Laden schließen und wir bekommen noch einen Rakshi, den lokalen Reisschnaps aus dem Kanister. Dieser ist gar nicht so schlecht. Ich hatte schon schlechteren. Im Dunkeln gehen wir zurück zum “New Araniko Resort” und bald gibt es Dinner. Das Dal Bath ist okay und reichlich. Der Raum hat über die Klimaanlage eine angenehme Schlaftemperatur und nach ein paar Seiten Karl May schlafe ich ein.

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